 | Rechtsextremismus im Internet154 rechtsextreme Websites geschlossen
Im Jahr 2003 sichtete jugendschutz.net im Rahmen seines Rechtsextremismus-Projekts 736 neue rechtsextreme Internet-Adressen und ging gegen 184 unzulässige rechtsextreme Angebote vor. Wie der aktuelle Projektbericht ausweist, wurde in 154 Fällen (84 %) eine umgehende Entfernung der Inhalte aus dem Netz erreicht.
Die hohe Erfolgsquote ist auf eine intensive Kooperation mit Anbietern und Behörden im In- und Ausland zurückzuführen, die in den letzten Jahren kontinuierlich ausgebaut wurde. Auch ausländische Provider konnten für die Problematik neonazistischer Propaganda im Internet sensibilisiert werden und zeigten sich in vielen Fällen kooperativ. Sie löschten auf Betreiben von jugendschutz.net rassistische Websites von ihren Servern und setzten damit deutliche Zeichen gegen Diskriminierung und für Toleranz im Netz. Zunahme im Bereich Kameradschaften und Revisionismus
Das kontinuierliche Monitoring der rechtsextremen Internet-Szene zeigte, dass mittlerweile zahlreiche rechtsextreme Kameradschaften und regionale Aktionsbündnisse aus allen Regionen Deutschlands Websites zu nutzen versuchen, um Werbung für ihre Aktivitäten zu machen und junge Menschen zu rekrutieren. Im Jahr 2003 gehörten diese Web-Präsenzen zu den stabilsten und ständig aktualisierten Angeboten der Szene.
Das Internet ist zudem zum wichtigsten Medium für die Verbreitung „revisionistischer“ Thesen geworden. Wie die Recherchen der Projektmitarbeiter zeigen, finden sich geschichtsfälschende und Holocaust leugnende Inhalte auf sehr vielen Websites aus dem rechtsextremen Spektrum. Zudem werden internationale, dezidiert „revisionistische“ Portale häufig von Suchmaschinen unter den ersten Treffern auf Suchanfragen zum Themenbereich Nationalsozialismus gelistet. Erfolgreiche medienpädagogische Arbeit fortgesetzt
Weiterer Schwerpunkt der Projektarbeit war die Durchführung medienpädagogischer Veranstaltungen mit Jugendlichen und Pädagogen aus der schulischen und außerschulischen Bildungsarbeit. In Seminaren informierten die Mitarbeiter über Ausmaß und Gefahren rechtsextremer Web-Propaganda und animierten Internet-User in Workshops dazu, sich gegen Hasspropaganda und für Demokratie und Toleranz im Netz stark zu machen.
Die äußerst erfolgreiche Projektarbeit wird seit 2002 vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) im Rahmen des Aktionsprogramm „Entimon – Gemeinsam gegen Gewalt und Rechtsextremismus“ gefördert. Die Verlängerung des Projektes in 2004 ermöglicht es, die Arbeit auf nationaler wie internationaler Ebene fortzuführen. |  |  | 

siehe dazu: Projektbericht 2003: Rechtsextremismus im Internet |  |