Bericht: Verherrlichung von Ess-Störungen im Internet
Pro-Ana steht für ständiges Hungern unter dem Motto: "Dünn sein ist wichtiger als gesund sein". Ziel ist es, dem Schönheitsideal der Laufstegmodels möglichst nahe zu kommen. Hinter der bewusst verniedlichenden Abkürzung Pro-Ana für Pro-Anorexie (Magersucht) steht eine Bewegung, welche die gefährliche Ess-Störung zum Lifestyle glorifiziert und ihre drastischen Folgen, an denen jährlich 10 Prozent aller Betroffenen sterben, verharmlost.
8 von 10 Pro-Ana-Angeboten sind jugendgefährdend
Die meisten Webseiten und Gesprächsforen zu Magersucht (80 Prozent) verstoßen gegen den Jugendschutz. Das ist das Ergebnis systematischer Recherchen, die jugendschutz.net seit 2006 zu Pro-Anorexie-Angeboten im Internet durchführt. Problematisch sind diese jugendaffinen Angebote vor allem, da sie Kinder und Jugendliche zum Einstieg in die Magersucht verführen und bereits Betroffene in ihrem lebensbedrohlichen Verhalten bestärken.
Maßnahmen gegen Pro-Ana in 7 von 10 Fällen erfolgreich
Der jetzt vorliegende Bericht von jugendschutz.net dokumentiert typische Merkmale von Pro-Ana-Angeboten, zeigt deren Jugendschutzrelevanz auf und stellt vor, welche Vorgehensweisen gegen unzulässige Angebote ergriffen wurden und welche besonders effektiv sind. In 7 von 10 Fällen erreicht jugendschutz.net, dass beanstandete Seiten gelöscht werden. Dabei können und müssen insbesondere Provider mehr gegen die Verherrlichung von Magersucht tun.
Ausbreitung im Web 2.0 eindämmen
jugendschutz.net beobachtet das Phänomen auch weiterhin und geht gegen unzulässige Angebote vor. Insbesondere in Web 2.0-Angeboten wie Videoplattformen und sozialen Netzwerken gibt es zunehmend Fundstellen und Beiträge, die Magersucht verherrlichen.
PressemitteilungMagersucht im Internet (PDF)
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