presserat.de: Gehören schockierende Fotos in die Presse?

jugendschutz.net

[...] Der Presserat stellte sich mit diesem Hearing auch der Kritik einiger Journalisten und Verleger, die Entscheidungen des Presserats im Hinblick auf die Veröffentlichung von Fotos aus Kriegen, von Attentaten etc. seien nicht immer nachvollziehbar. So wurde das Foto eines abgeschlagenen Kopfes aus der Berichterstattung des Krieges in Liberia im Beschwerdeausschuss als unbegründet abgewiesen, da es sich um ein Fotodokument der Zeitgeschichte handele, welches zwar grausam sei, jedoch auch eine aufrüttelnde und aufklärende Funktion habe. Anders entschied der Presserat den Fall des getöteten Amerikaners Nick Berg, der von Terroristen vor laufender Kamera enthauptet worden war. Hier erteilte der Presserat eine öffentliche Rüge, da die Fotos aus dem Video kein journalistisches Produkt seien. Vielmehr handele es sich um Aufnahmen der Mörder, die den Mord gezielt begingen, um mit den Aufnahmen davon Angst zu schüren und Propaganda für ihre Ziele zu machen. Eine Veröffentlichung der Bilder vom Mordvollzug kann daher die Absichten der Mörder fördern. Sie hätte unterbleiben müssen.