heise: Innenminister wollen strengere Prüfung von PC-Spielen

jugendschutz.net

Die Innenminister einiger Bundesländer sind mit der Praxis bei der Prüfung von möglicherweise jugendgefährdenden Computerspielen unzufrieden. Brandenburgs Innenminister Jörg Schönbohm (CDU) etwa spricht von einem "unhaltbaren Zustand" und sieht "schnellen Handlungsbedarf", der bayerische Innenminister Günther Beckstein (CSU) fordert gar ein Herstellungsverbot. Die unabhängige Prüfinstanz Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) weist die Kritik indes zurück.
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Für den Leiter der unabhängigen Prüfinstanz Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK), Dr. K.-Peter Gerstenberger, ist jedoch eine solche nachträgliche Indizierung praktisch nicht erforderlich, außerdem liege sie außerhalb des rechtlichen Rahmens, den Bund und Länder erst vor kurzem geschaffen hätten. Gegenüber heise online erklärte Gerstenberger, dass die vom ZDF aufgeführten Spiele schon heute allesamt "Erwachsenenprodukte" seien. Ein Händler, der die Spiele an Minderjährige abgebe, müsse mit Strafen von 50.000 Euro und mehr rechnen. Im Übrigen gebe es keine "Genrehaftung" für Computerspiele: Die Folgeversion eines Spiels, dessen Vorgänger als USK 18 eingestuft worden sei, werde nach den gleichen Kriterien geprüft wie eine komplette Neuentwicklung.