heise: Kontraproduktiver Kinderporno-Filter

jugendschutz.net

Das Webseiten-Blockadeprogramm Cleanfeed des britischen Internet-Providers BT funktioniert nicht so wie es sollte. Das behauptet der Cambridge-Wissenschaftler Richard Clayton. In der Abhandlung Failures in a Hybrid Contect Blocking System (PDF-Datei), die er für einen Workshop on Privacy Enhancing Technologies im kroatischen Dubrovnik verfasst hat, legt er dar, dass das System sogar kontraproduktiv sei. Es sollte eigentlich kinderpornografische Internet-Seiten blockieren, stattdessen sei es aber eventuell möglich, mit einer "Oracle Attack" eigens nach solchen Angeboten zu suchen, da die Blacklist auslesbar sei.
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BT hat laut Guardian keine Zweifel an der wissenschaftlichen Qualität von Claytons Arbeit, sagt aber auch, es gebe einfachere Wege, um herauszufinden, was auf den IWF-Listen zu finden ist, nämlich durch den Abgleich einer Google-Suche mit dem, was über BT-Internetzugänge nicht zu erreichen ist. BT erklärt weiter, das Blockade-System werde nicht die Pädaophilie beseitigen, sondern sei hauptsächlich dazu gedacht, einschlägige Links in Spam-E-Mails unschädlich zu machen.