naumburger-tageblatt.de: US-Bürgerwehr geht im Internet auf Jagd

jugendschutz.net

Der 26 Jahre alte Amerikaner Xavier von Erck gibt sich in Internet-Chaträumen meistens als junges Mädchen mit Namen wie "Jenny-13" oder "sweet-as-kandy-15" aus. "Es ist erschreckend, dass ein 13-jähriges Mädchen im Handumdrehen von fünf bis zehn erwachsenen Männern angesprochen wird", berichtet Erck über seinen "Kampf gegen Pädophilie". Der Gründer der Webseite "perverted-justice.com" und rund 45 freiwillige Helfer haben es sich auf die Fahne geschrieben, Pädophile im Cyberspace zu entlarven und sie mit Hilfe der Polizei zu fassen. "Man muss diese Kerle einfach hassen", ereifert sich der Mann aus Portland (US-Staat Oregon), der die Bürgerwehr mit einem Freund im Sommer 2003 ins Leben rief und mittlerweile auf der Webseite bis zu 20 000 Besucher am Tag verbucht.
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Die Gruppe, die sich als "Helfer der Polizei" sieht, hält ihre Arbeit für "100 Prozent" legal. Doch einige Kinderschutz-Aktivisten und die Gegenbewegung "corrupted-justice.com" werfen den "Amateur-Internet-Detektiven" Einschüchterung, Verfolgung und Gesetzesübertretungen vor. Gelegentlich würden Unschuldige an den Pranger gestellt und die Vorgabe "Unschuldig bis zum Beweis des Gegenteils" ignoriert.