spiegel: Spieleforschung - "Warum macht Gewalt uns so viel Spaß?"

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Das Interesse an Spieleforschung wächst immer dann, wenn für bereits gefällte Urteile wissenschaftliche Unterfütterungen gesucht werden. Dabei ist die Frage nach den Verbindungen zwischen Spiel und Realität ein höchst komplexer "Clash of Realities". Die Gretchenfrage der Spielforscher: Woher kommt der Spielspaß?
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So erklärte Klimmt die intensive Zuwendung von männlichen Jugendlichen zu Kriegsspielen damit, dass sie "es intuitiv genießen, sich mit Männlichkeitsattributen wie Tapferkeit oder Mut auseinanderzusetzen". Aus einem vergleichbaren Grund spielen Frauen und Mädchen gerne die Sozial-Simulation "Die Sims", wie Susanne Eichner auf der Kölner Tagung ausführte: "Das Spiel ist sozialverträglich und beziehungsorientiert."
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Es mag vielleicht komisch für sie klingen", meinte Vorderer, "aber ich glaube, Videospiele sind auch moralisch." Zwar verlangen viele Spiele vom Spieler amoralische Handlungen wie Töten, Rauben, oder die Straßenverkehrsordnung zu brechen. Trotzdem streiten die Avatare meist für eine als gerecht empfundene Sache. "Wenn man auf UNO-Blauhelme statt auf Terroristen schießen würden", so Vorderer, "dann würde unser Unterhaltungserleben stark gestört werden."