heute.de: Wie Schulen gegen Gewaltvideos vorgehen

jugendschutz.net

In Lübeck gibt es bereits seit mehreren Wochen Erfahrungen mit Handyverboten. Pädagogen und Politiker im nördlichsten Bundesland sind sich allerdings einig, den Schulen die Handy-Regelung selbst zu überlassen.
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Lehrer Thorsten Nummert reicht das nicht: "Die Regierung sollte endlich dafür sorgen, dass diese brutalen Bilder überhaupt nicht mehr im Internet angeboten werden." Bei der bekanntesten dieser Seiten konnte Jugendschutz.net inzwischen mit allen Abrechnungsanbietern vereinbaren, diese Seite nicht mehr abzurechnen. Auch in Suchmaschinen wie Google wird sie nicht mehr gefunden. Vorübergehend war das Angebot in Deutschland gar nicht mehr zu erreichen.
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"Derzeit haben nur die Zugangsprovider die Möglichkeit, solche Angebote zu sperren. Sie stellen sich aber auf den Standpunkt, mit den Inhalten nichts zu tun zu haben. Da muss mehr geschehen", fordert Friedemann Schindler von jugendschutz.net. Die Internetanbieter halten sich mit Aussagen über die mögliche Sperrung illegaler Internet-Seiten zurück. "Prinzipiell geht Information vor Zensur", sagt AOL Deutschland-Sprecher Jens Nordlohne gegenüber heute.de.
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Für Friedemann Schindler ist das zu wenig. "Man sollte in einem rechtsstaatlichen Verfahren klären, welche Angebote zu sperren sind und dies bei menschenverachtenden Inhalten dann als letztes Mittel auch tun." Die Verantwortung von Zugangsanbietern wird nach Ansicht des Mainzer Jugendschützers in Zukunft noch größer. "Die neuen Breitbandzugänge liefern das Internet direkt auf die Handys. Mit dieser Privatisierung der Internet-Nutzung entfallen viele Möglichkeiten sozialer Kontrolle."