derStandard.at: Kinder im Visier von Internet­-Geschäfte­machern

jugendschutz.net

Geldausgeben ist kinderleicht! Deswegen werden Handy und Internet immer häufiger genutzt, um die Kaufkraft von Kindern und Jugendlichen abzuschöpfen.
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Nie verfügten Kinder und Jugendliche über so viel Geld wie heute. Und nie war es so leicht, es auszugeben. Das Internet ist ein Shop, das Handy ein Zahlungsweg. Und immer neue Geschäftsmodelle entstehen, um jugendliche Kaufkraft abzuschöpfen. Habbohotel heißt eine der weltweit beliebtesten Webseiten der Zwölf- bis Achtzehnjährigen. Ihr Reiz, der immerhin monatlich fünf Millionen Besucher anzieht, erschließt sich nicht auf Anhieb. Ist es die Mischung aus Chat und Rollenspiel? Oder dass es im Gegensatz zu anderen Onlinerollenspielen zuerst einmal gratis ist?

Auch zu den Fans des Habbohotels gehört die Werbebranche. Die virtuellen Räume, in denen sich die sonst schwer erreichbaren Jugendlichen tummeln, sind ein willkommenes Experimentierfeld für Kampagnen von Coca Cola bis L'Oréal. Viele "Habbos" geben sich nicht mit dem quasi durch die Werbung finanzierten Minimalprogramm (Standardzimmer) zufrieden, sondern lassen es sich etwas kosten, die im Chat gewonnenen Freunde in cooler Umgebung zu empfangen. Von Lederstühlen über Fernseher bis zur Quietschente fürs Bad ist alles ausgepreist. Eine Hand voll davon gibt es geschenkt, alles Weitere muss bezahlt werden. Das geht per Premium-SMS oder Anruf einer Mehrwertnummer. Da können rasch einige Hundert Euro zusammenkommen, wie im Internet dokumentierte Erfahrungen deutscher und Schweizer Familien zeigen, bevor der virtuelle Konsum pro "Habbo" auf 10 Euro wöchentlich eingeschränkt worden ist.