heise: EU-Kommission arbeitet an Mobilfunk-Kodex für den Jugendschutz

jugendschutz.net

Die EU-Kommission will ein Memorandum of Understanding mit Europas Mobilfunkbetreibern zum Schutz von Kindern und Jugendlichen schließen. Das berichtete Horst Forster, Direktor in der Generaldirektion Informationsgesellschaft und Medien der EU-Kommission bei der 3. Zukunftswerkstatt der Kommission für Jugendmedienschutz, der Evangelischen Kirche in Deutschland und der Bundeszentrale für Politische Bildung gestern in Berlin. Der Tausch von Gewaltvideos über Mobilfunktelefone, aber auch die Abzocke von Jugendlichen über Premium-SMS-Angebote wurde von verschiedenen Referenten bei der Jugendschutzveranstaltung als wachsendes Problem bezeichnet.
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Die Kommission werde das Arbeitsdokument in Kürze im Netz veröffentlichen und damit eine öffentliche Konsultation einleiten. Bis 2007 hofft man dann auf eine Übereinkunft mit den Mobilbetreibern. "Die neuen Medien bieten vielerlei Chancen", sagte Forster. "Die Gefahr des Missbrauchs wird aber größer und nicht kleiner und das Problem wird auch von alleine nicht verschwinden." Daher seien unverminderte Anstrengungen aller am öffentlichen Wohl interessierten Organisationen und des Staates erforderlich, um den Missbrauch einzudämmen - "und zwar in dieser Reihenfolge".

Der Vorsitzende der Kommission für Jugendmedienschutz, Wolf-Dieter Ring, gab sich demgegenüber skeptisch mit Blick auf reine Selbstverpflichtungen. Friedemann Schindler von Jugendschutz.net forderte die Anbieter auf, ein kindersicheres oder familiensicheres Mobilfunktelefonangebot aufzunehmen.