internet.com: Staatsministerin rügt Internet-Anbieter wegen mangelnden Jugendschutzes

jugendschutz.net

Die sächsische Staatsministerin Helma Orosz (CDU) hat Internet-Anbieter wegen mangelnden Verantwortungsbewusstseins für den Jugendschutz gerügt. Anlässlich der Vorlage des Jahresberichts von Jugendschutz.net sagte Orosz heute in Dresden: "Angesichts der bundesweit fast 2.000 Jugendschutzverstöße im Internet fordere ich die Internet-Anbieter und Diensteanbieter sowie Hostprovider auf, den Jugendschutz umfassend zu beachten. Der Vertrieb und die Schaffung des Zugangs zu pornographischen und gewaltverherrlichenden Inhalten bedeutet eine Gefährdung des gesunden Aufwachsens unserer Kinder und ist kein Kavaliersdelikt."
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Diese Entwicklung bereite insgesamt große Sorge. Mit der Verfügbarkeit internetfähiger Handys und mobiler Spielgeräte bestehe die Gefahr, dass die Mediennutzung künftig noch weiter individualisiert und der elterlichen Kontrolle zunehmend entzogen werde. Daher sei es notwendig, dass die Entwicklung wirksamer Schutzmaßnahmen von der Branche forciert werde und Internet-Zugänge bereits kindersicher vorkonfiguriert würden.
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Jugendschutz.net ist eine im Jugendmedienschutz seit 1997 tätige Kontrollinstanz der Länder, die sich um das Verbot gewaltverherrlichender, neofaschistischer und bestimmter pornografischer Inhalte kümmert. Im letzten Jahr wurden gegen 1.949 Internet-Angebote Maßnahmen ergriffen. Insgesamt bearbeitete die länderübergreifend tätige Stelle mehr als 5.300 Beschwerden und Anfragen zum Jugendschutz im Internet.