heute.de: Jugendschutz hört nicht vor Kinderzimmern auf'

jugendschutz.net

Auch in der EU wird über verschärfte Jugendschutzbestimmungen bei Video- und Computerspielen nachgedacht. [...] Das Problem der freien Zugänglichkeit verbotener Spiele bliebe auch dann bestehen, wenn sich die EU auf ein einheitliches Verkaufsverbot für extrem jugendgefährdende Computerspiele einigen könnte. Das Internet kennt keine nationalen Grenzen. Wer sich ein verbotenes Spiel besorgen möchte, findet irgendwo auf der Welt immer eine Bezugsquelle, die das fragliche Spiel per DVD verschickt oder zum bequemen Download kostenpflichtig übers Netz anbietet.
Grenzen werden dem nationalen und dem EU-weiten Jugendmedienschutz auch durch Tauschbörsen gezogen. Eine aktuelle Studie der auf die Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen spezialisierten Agentur P4M belegt, "dass jugendgefährdende und nicht-jugendfreie Spiele online für jedermann, also auch für Kinder und Jugendliche, die Internetzugang haben, problemlos zugänglich sind. Der Jugendschutz greift somit im Internet nicht", meint Petur Agustsson, Leiter der Studie. "Daher sehen wir hier eindeutig Handlungsbedarf."
Welche Richtung dieser "Handlungsbedarf" einschlagen könnte, deutet Rainer Riedl an, seines Zeichens stellvertretender Pressesprecher des bayerischen Innenministeriums. Es wäre denkbar, in diesen Fällen technisch ähnlich vorzugehen wie bereits bei der Verfolgung von Kinderpornografie im Netz, erklärte Riedl.