tagesspiegel.de: Szenen einer Exekution - was darf das Internet?

jugendschutz.net

Auf YouTube.com kann jeder das Handyvideo über Saddams Hinrichtung sehen. Es wird nicht entfernt.
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Beim deutschen Youtube-Konkurrenten MyVideo.de wurde das Hinrichtungsvideo am Neujahrstag entfernt. "Nachdem wir von unseren Usern über das Video informiert worden waren, haben wir sehr schnell entschieden, dass dieser Film vom Server genommen wird", erklärte Christian Vollmann. Der Geschäftsführer von MyVideo.de begründete dies damit, dass die Szenen unter anderem nicht mit dem deutschen Jugendschutz vereinbar seien. Zudem widersprächen sie den Regeln der Videocommunity. Die wichtigsten lauten: keine Pornografie, keine Gewaltverherrlichung und auch keine anderen jugendgefährdenden oder anderen illegalen Inhalte zeigen.
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Doch gerade bei den auf youtube.com aufgetauchten Bildern von der Saddam-Hinrichtung stellt sich die Frage, ob im Internet tatsächlich alles gezeigt werden soll, was sich gerade noch unterhalb der Schwelle des gesetzlich Verbotenen befindet. Ein Grund, dass das Video von Saddams Henkern weiterhin verfügbar ist, könnte darin zu sehen sein, dass US-Präsident George W. Bush die Hinrichtung als "Meilenstein auf dem Weg zu einem demokratischen Irak" bezeichnet hat. So gesehen muss man sich nicht wundern, dass die Handy-Hinrichtung bei YouTube auf Klickraten von bis zu über 260 000 Abrufen für die verschiedenen Schnittversionen des Filmes kommt.