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jugendschutz.net

Illegale Angebote im Internet zu stoppen erscheint fast unmöglich. Deshalb werden immer öfter Kreditkarten-Firmen im Kampf gegen Kinderpornos und Gewaltfilme eingebunden. Kreditkarten-Unternehmen sind bereits seit einigen Jahren sehr kooperativ bei der Bekämpfung von illegalen Internet-Inhalten. Sie sind in der Lage, den Ermittlern zu helfen, weil Betreiber illegaler Downloads ihr Geld nicht mit Anzeigen verdienen, sondern sich den Download der Inhalte bezahlen lassen - anders als Anbieter legaler Inhalte.
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Fallen den Ermittlern oder Organisationen wie Jugendschutz.net Seiten mit illegalem Inhalt auf, bitten sie die Kreditkarten-Anbieter oder die Telefongesellschaften, den Geldtransfer zu unterbinden. Die British Telecom drehte im Jahr 2005 kurzerhand die Telefonleitung zu einer Seite mit Gewaltfilmen ab, so dass über diesen Weg von Deutschland aus kein Geld mehr an die in den USA beheimatete Site fließen konnte.
Visa und Master Card übten in dem genannten Fall Druck auf einen mit ihnen kooperierenden Anbieter von Internet-Abrechnungen aus, so dass dieser seine Zusammenarbeit mit dem Anbieter der Gewaltfilme aufkündigte. [...] Ziehen Telefongesellschaften und Kreditkarten-Anbieter an einem Strang, dann können die Anbieter der illegalen Inhalte zumindest mit ihren Download-Files kein Geld mehr verdienen.