heise: Expertin: Neue Medien sind Hort sexuellen Missbrauchs von Kindern

jugendschutz.net

Kinder werden nach Psychologenmeinung im Internet und über das Handy immer häufiger mit sexueller Gewalt und Pornographie konfrontiert. "Nirgendwo ist es leichter, Nacktfotos oder pornographische Videos zu verbreiten und über Sex zu sprechen", sagte die Geschäftsführerin der 2003 gegründeten Deutschen Sektion des Netzwerks "Innocence in Danger", Psychologin Julia von Weiler, zu Beginn einer Experten-Tagung heute in Münster. Besonders in Internetchats komme es oft zu Belästigungen.

Wie bedrohlich die Lage sei, zeige eine Befragung der Universität Köln unter 1700 Schülern der fünften bis elften Klasse aus Nordrhein-Westfalen. Demnach wurden 38 Prozent der Schüler in Chats bereits gegen ihren Willen nach sexuellen Dingen gefragt - bei den Mädchen war es jedes Zweite. Fast jeder zehnte Jugendliche bekam schon unaufgefordert Nacktfotos geschickt. Zudem wurden acht Prozent zu sexuellen Handlungen vor einer Webkamera aufgefordert. Es sei ein großes Netzwerk entstanden, dass pornographisches Material verbreite.