spiegel.de: Virtuelle Front

jugendschutz.net

In einem vertraulichen Bericht zeichnet das BKA ein deprimierendes Bild von der Polizeiüberwachung des Internets: Das Verbrechen grassiert, die Ermittler sind fast chancenlos.
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Laut BKA-Bericht geht es bei der Internet-Fahndung in Deutschland fast ausschließlich um Kinderpornografie. Sie macht demnach 80 Prozent der Fälle aus; alles andere läuft nur am Rande mit.
Zu Hinweisen auf Attentate, die in Chat-Rooms herumschwirren, stellt das BKA beispielsweise fest: "Eine permanente Überwachung der verschiedenen Dienste ist aufgrund der Vielzahl der Möglichkeiten de facto nicht möglich." Vor allem, wenn es um angeblich bevorstehende Gewalttaten gehe, müsse die Suche "durch geschultes Personal manuell durchgeführt werden", sagt der Bericht. So etwas dauert.
Das gleiche Problem bei den Suizid-Foren: Wo Tausende damit kokettieren, sich umzubringen, lassen sich Erkenntnisse im "Regelfall nur durch detaillierte und aufwendige Überprüfungen gewinnen". Dazu fehlt der Polizei das Personal.
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Auf deutschen Servern, so die Erfahrung, gibt es so gut wie überhaupt keine Kindersex-Bilder mehr - fast alles läuft über das Ausland, weit weg, schwer zu verfolgen. Und "schon in Europa haben wir 27 unterschiedliche Rechtssysteme", klagt Bischeltsrieder: "Was hierzulande verboten ist, muss in Holland noch lange kein Straftatbestand sein."