faz.net: Auf der Suche nach Verbrechern im WWW

jugendschutz.net

Der Handel mit verbotenen Spielen ist nach wie vor ein Markt, wie Internetfahnder Axel Schröder sagt. Er ist Sachgebietsleiter der sogenannten Task-Force für Computerkriminalität beim LKA. Doch ein noch viel größerer Markt, sagt er, sei die Verbreitung von Kinderpornographie, weswegen man sich entschlossen habe, diese schwerpunktmäßig zu verfolgen.
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Anders als etwa bei der Fahndung von illegalem Spiele-Handel haben es die Beamten in ihrem neuen Ermittlungsfeld mit unterschiedlichen Tätertypen zu tun. Einige sind "Sammler", wie Schröder sagt. Auf ihren Computern finden sich Tausende Bilddateien, manche sind schon fünf oder zehn Jahre alt und verschwinden nie aus dem Netz. Nicht selten tauschen sich die Käufer mit anderen Pädophilen aus. Sie kommunizieren oft in abgeschotteten Räumen, etwa in Tauschbörsen, die der Fahnder erst durchdringen muss.

Die andere Gruppe sind professionelle Banden, die kinderpornographisches Material nicht nur verbreiten, sondern auch produzieren und damit einen Umsatz in Millionenhöhe erzielen. Das meiste Material kommt aus Russland oder Dritte-Welt-Ländern. Auf die Käufer aufmerksam werden die Fahnder in der Regel auf "Paysites": speziellen Internetseiten, auf denen kinderpornographisches Material angeboten wird.
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Unverzichtbar ist deshalb die internationale Zusammenarbeit, etwa durch die europäische Ermittlungsgemeinschaft Europol. Über die Grenzen tausche man sich aus, denn kaum ein Delikt ist so international wie der Handel mit Kinderpornographie. Inzwischen wird nicht nur über das Internet von einem Computer zum anderen getauscht, sondern auch von einem Mobiltelefon zum nächsten.