fr-online.de: Jugend-Studie - Viel Gewalt im Internet

jugendschutz.net

Ob Prügelvideos, Ausschnitte aus Horrorfilmen oder Mitschnitte von Hinrichtungen - die Bandbreite an Gewaltdarstellungen im Internet ist vielfältig und unüberschaubar.

Erstmals hat sich nun eine Studie mit der Frage auseinandergesetzt, wie solche Darstellungen auf Jugendliche wirken. Für ihre Studie "Gewalt im Web 2.0" befragte die Stuttgarter Medienforscherin Petra Grimm 2007 rund 800 Jugendliche im Alter zwischen 12 und 19 Jahren. Grimm stellte ihre Ergebnisse auf der Jugendmedienschutztagung in Hannover (2. März 2009) vor.

Die Befragung habe ergeben, dass ein Viertel der Jugendlichen schon einmal Gewalt im Internet gesehen hat, sagte Grimm. Problematisch seien vor allem reale und realistische Gewaltdarstellungen, die mehr als 40 Prozent der Jugendlichen gesehen haben. Das könnten Mitschnitte von Schlägereien, Folter oder auch Hinrichtungen sein. Sie seien deshalb gefährlich, weil sie eine größere Wirkung auf Kinder und Jugendliche haben. "Nicht nur auf Jugendliche, selbst unsere Rechercheure brauchen oft psychologische Betreuung - man kann sich das einfach nicht stundenlang ansehen", ergänzte Friedemann Schindler, der Leiter der Internetseite "jugendschutz.net".