heute.de: Per Handy von den Eltern ausspioniert

jugendschutz.net

Nach Informationen des Fernsehsenders CNN greifen besorgte Eltern in den USA immer öfter zu speziellen Programmen, um die Handy-Aktivitäten ihrer Kinder bis in kleinste Detail zu kontrollieren und bei Bedarf einzuschreiten. Das, so die Hoffnung, soll verhindern, dass die Kids Opfer sexueller Belästigung werden oder etwa über ihr Mobiltelefon das weitverbreitete "Sexting" betreiben.
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Von solchen Überwachungsmaßnahmen halten deutsche Jugendschützer wenig. Denn abgesehen davon, dass das heimliche Kontrollieren des Handys der eigenen Sprösslinge datenschutzrechtliche Fragen aufwirft, kann es auch dazu führen, dass das Vertrauensverhältnis zwischen Eltern und Kind nachhaltig zerstört wird.

Technische Lösungen, so der einhellige Tenor der Jugendschützer, taugen nur bedingt, um Heranwachsende vor ungeeigneten Inhalten zu bewahren. Der mögliche Schaden, der durch das heimliche Überwachen von Handys entstehen kann, ist dagegen ungleich größer. "Handys sind mit vielen persönlichen Einträgen und Nachrichten die Tagebücher der jungen Generation", geben etwa die Experten des Info-Portals "jugendschutz.net" zu bedenken, die bereits seit 1997 im Auftrag der Jugendministerien aller Bundesländer relevante Online-Angebote überprüfen. "Dies heimlich zu kontrollieren kann das Vertrauensverhältnis stören."

Besser ist es daher, mit dem eigenen Nachwuchs ein offenes Gespräch zu führen. Dabei sollten mögliche Risiken der mobilen Kommunikation direkt angesprochen werden. Gleichzeitig empfiehlt es sich, zusammen mit dem Kind oder Jugendlichen die wichtigsten Grundregeln für die Nutzung des Handys aufzustellen. Von Handy-Verboten bei Missachtung der Regeln raten die Fachleute dagegen ab, sie führen ihrer Ansicht nach nur dazu, dass der Nachwuchs gar nichts mehr erzählt.