heise: Familienministerium, Kinderschützer und Europol fordern mehr Web-Sperren

jugendschutz.net

Die europäische "Konferenz zum Schutz vor sexueller Gewalt gegen Kinder und Jugendliche mit Fokus auf neue Medien" hat heute in Berlin eine gemeinsame Abschlusserklärung zum internationalen Kampf gegen Kinderpornographie verabschiedet. In der von Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) initiierten Deklaration wird in 16 Punkten unter anderem die in Deutschland bereits gesetzlich verankerte Zugangserschwerung zu Webseiten mit kinderpornographischen Inhalten als "flankierende Maßnahme" gegen Kinderpornographie bezeichnet. Sie sei "umso effektiver, je mehr Staaten" mitmachten.

Die Erklärung wurde unterzeichnet von Europol, dem Bundeskriminalamt, den Kinderschutzorganisationen Innocence in Danger, ECPAT, Save the Children und UNESCO Deutschland. Darin heißt es, es werde eine rechtliche Grundlage zum Löschen bereits im Internet eingestellter Materialien sowie zur Schließung solcher Webseiten "in allen Staaten" benötigt. Bei der Bekämpfung sexueller Gewalt gegen Kinder und Jugendliche müssten alle Beteiligten einbezogen werden, auch der private Sektor und insbesondere soziale Netzwerke. Kinder und Jugendliche müssten hinsichtlich des Gewaltpotenzials "in und durch die neuen Medien" sensibilisiert werden. Darüber hinaus müsse die Forschung in diesem Bereich verbessert werden.