sueddeutsche.de: Wie die Cyber-Rechte im Internet hetzt

jugendschutz.net

Mit Propagandaseiten werben Rechtsextremisten im Internet Jugendliche an - die Behörden sind machtlos. Nationales Recht ist im globalen Netz schwer durchsetzbar.

Gleich mit drei lachenden Gesichtern versieht ein junger Mann den Beitrag im Internetforum. Es war ein unfassbar niederträchtiger Text, in dem es um Juden, KZ und Goldzähne geht. In diesem Umfeld ist derlei nicht verpönt, im Gegenteil: Ungeniert darf hier gegen Minderheiten gehetzt und Geschichte verdreht werden, ganz nebenbei können Internetnutzer Veranstaltungen organisieren, sich austauschen, Freunde oder gar Beziehungen finden.

"NS-Treff" heißt die Seite, die als rechtsextremes Pendant zum Online-Kontakt-Netzwerk Facebook bereits im Frühjahr erstmals auftauchte. Der Internetanbieter hatte dem Portal damals schnell den Saft abgedreht, da seine Geschäftsbedingungen "rassistische, volksverhetzende oder allgemein rechtswidrige Inhalte" verbieten. Nun ist der Nazi-Treff wieder ans Netz gegangen, und zwar offenbar von einem ausländischen Server aus - eine Strategie, der die Behörden oft machtlos gegenüberstehen.