sueddeutsche.de: Im Chat immer ein wenig skeptisch sein

jugendschutz.net

[...] Man könne nie hundertprozentig sicher sein, dass sich hinter einem Chat-Partner tatsächlich die vorgegebene Person verbirgt. Bei dieser Art der Kommunikation müsse man immer misstrauisch sein, sagt Katja Knierim von "jugendschutz.net" in Mainz. So gebe es immer wieder Fälle von gefälschten Chat-Profilen - oft stecke ein wirtschaftliches, manchmal auch ein sexuelles Interesse dahinter.

"Es gibt Fälle, bei denen einige Tarn-Identitäten sehr lange aufrechterhalten wurden", erzählt die Referatsleiterin Chats, Messenger und Communities von "jugendschutz.net". In Kiel hatte am Donnerstag (17. September) vor dem Landgericht ein Prozess gegen die Betreiber von SMS-Chats begonnen. Ihnen wird vorgeworfen, rund 700 000 Handy-Nutzer um insgesamt rund 47 Millionen Euro geschädigt zu haben. Statt mit Traumpartnern chatteten diese ahnungslos mit professionellen Animateuren. Pro SMS kassierten die Chat-Betreiber 1,99 Euro.

Recherchen von "jugendschutz.net" hätten ergeben, dass solche Betrüger oft mit gefälschten Profilen auf Community-Plattformen nach Opfern suchen, sagt Katja Knierim. Mitglieder würden dort etwa als "Freund" angesprochen. [...]