welt.de: Wenn die neuen "Freunde" kommen

jugendschutz.net

[...] Wenn eine Partyeinladung im Netzwerk öffentlich wird, kann es passieren, dass statt 20 plötzlich 40 Leute vor der Tür stehen, sagt Thomas Rathgeb vom Medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest (MPFS) in Stuttgart. Das könne zwar auch ohne das Internet passieren. Das Problem sei aber, dass sich Informationen heute viel schneller verbreiten als früher. [...]
Das Problem der ungeladenen Partygäste reiht sich nahtlos ein in ein ganzes System kaum zu durchschauender Folgen für unvorsichtige Nutzer sozialer Netzwerke. Denn das Internet vergisst nicht. Nicht die Fotos von peinlichen Situationen, die in einem Bewerbungsgespräch auch noch Jahre später schnell zum Ausschlusskriterium mutieren können. Nicht die dahergeplapperten Beleidigungen oder jugendlich-naiven sexuellen Anspielungen auf der Pinnwand eines vermeintlichen Freundes, der einem damit später schaden kann. Und nicht die leichtfertig angegebenen persönlichsten Daten, die von findigen Geschäftemachern genutzt werden können, um bares Geld zu verdienen. Vorsicht ist jene Tugend, die einem Ärger ersparen kann. Das Problem ist nur: Wer vorsichtig ist, gilt schnell als uncool.