faz.net: Kinderpornos im Netz: Schnell gelöscht? Von wegen!

jugendschutz.net

Gegner der Internetsperren behaupten seit Jahren, "Inhope" lösche Kinderpornos in Stunden. Deshalb brauche es die Sperren nicht. Doch was ist eigentlich die Bilanz dieses Verbandes? Schnelle Löscherfolge wurden meist nur vorgegaukelt. [...]

Inhope sei "unschlagbar" schnell, sagte Ackermann noch im Juli 2009, viel schneller als das Bundeskriminalamt oder Interpol, bei denen dauere es ja ewig. Und Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) schwärmte, Inhope mache vor, "wie schnell strafbare Inhalte aus dem Netz verschwinden". Von diesem "innovativen Ansatz" wolle die Regierung lernen. Die Erfolgsmeldungen klangen phantastisch, doch sie stimmten nicht. Das fand der Eco selbst schon im vergangenen Sommer heraus. 144 Websites sollten gelöscht werden. Das Ergebnis des Experiments war beschämend: Allein von den 110 amerikanischen Seiten blieb mehr als die Hälfte noch Monate später abrufbar. Auch in Russland, Holland, Japan und in der Tschechischen Republik ließen Löscherfolge oft mehrere Wochen auf sich warten. Die Öffentlichkeit sollte von dem Experiment aber nichts erfahren, der Eco schwieg darüber.