tagesspiegel.de: Braune Kinderlieder

jugendschutz.net

Die Melodien kennt fast jedes Kind, die Schlaflieder sind ein Stück Kulturerbe. Das macht sich auch die rechte Szene zunutze. Im Juli haben Neonazis ein Machwerk ins Netz gestellt, das an Perfidie kaum zu überbieten ist.

Die Texte zu den niedlichen Klängen wurden umgedichtet in Ruhmesparolen für das NS-Regime und in Hetze gegen Juden und Schwarze, bis hin zum Mordaufruf. Entsprechende Videos wurden bei YouTube eingestellt, unzählige Internetnutzer haben sich die Hasstiraden heruntergeladen. Und das ist nur ein Beispiel für die sich weiter ausbreitende Braunzone im WorldWideWeb. Rechtsextremisten mischen längst auch in Communities wie Facebook mit, manchmal verdeckt, oft auch offen. Die Gegenwehr von Staat und Gesellschaft ist mühsam, doch nicht erfolglos, wie die Arbeit von "jugendschutz.net" verdeutlicht.