tagesspiegel.de: Apple will keine schmutzigen Wörter senden

jugendschutz.net

Ein neuer SMS-Filter soll "anstößige" Textnachrichten unterbinden. Was für die Erfinder von Apple eine Innovation ist, ermöglicht aus Sicht von Kritikern Zensur.

Das Patent mit der Nummer 7814163, vom US-Patentamt am Dienstag dieser Woche erteilt, schützt eine Erfindung, die die Techniker des Kommunikations-Giganten Apple in bester Bürokratensprache so bezeichnen: "Textbasierte Kommunikationskontrolle für ein persönliches Kommunikationsgerät." In die Praxis übersetzt, dient diese technologische Innovation einem einzigen Zweck: "Anstößige" Sprache, so formuliert es Apple, zu unterbinden und damit zu verhindern, dass die Nutzer - "absichtlich oder nicht" - SMS-Nachrichten mit eindeutig sexuellem Bezug senden oder erhalten.

Der Konzern zielt dabei - so stellt es der genehmigte Patentantrag dar - auf das vor allem unter Jugendlichen so beliebte "Sexting" (Sex und Texting) ab und will unter anderem Eltern künftig die Option geben, bei den mobilen Apple-Geräten aktiven Jugendschutz zu praktizieren. Ist die neue Einstellung im Handy-Menü erst einmal aktiviert, fordert sie den Nutzer beim Entdecken anstößiger Begriffe auf, den Text zu ändern - oder löscht ihn, falls dies verweigert wird. Der Filter soll sogar auf das Alter der Nutzer und ihre Schulreife einstellbar sein und erfasst auch jugendspezifische Jargon-Worte und Abkürzungen.