heise: Alles auf Anfang beim Jugendmedienschutz-Staatsvertrag

jugendschutz.net

Wie soll es weitergehen mit dem Jugendmedienschutz-Staatsvertrag (JMStV)? Nach der im Dezember 2010 gescheiterten Novellierung des Gesetzeswerks haben sich am Samstag in Essen Politiker, Netzaktivisten und Pädagogen beim JMStV-Camp getroffen, um über einen Neubeginn zu beraten. Das Barcamp zeigte: Die Lager sind noch weit voneinander entfernt. [...]

Während die einen die Konfrontation mit unerwünschten Inhalten als Teil des normalen sozialen Lebens ansahen, wollen andere Kinder so gut wie möglich vor für sie ungeeigneten Inhalten schützen. [...] Die medienpolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion Tabea Rößner warnte davor, das Problem alleine auf die Eltern abzuwälzen. So lasse sich ihre Tochter kaum eine komplette Überwachung ihres Medienkonsums gefallen. Der Gesetzgeber sei in der Pflicht, schließlich sei die Aufgabe des Jugendmedienschutzes im Grundgesetz verankert. [...]

Während in einigen Vorträgen eine vollkommene Abkehr von der bisherigen Regulierung vorgeschlagen wurde, schlugen Stefan Herwig und Lukas Schneider von der Consulting-Agentur Mindbase in Essen einen Rundumschlag gegen "Intermediäre" vor. Plattformen wie der One-Click-Hoster Rapidshare seien hauptverantwortlich für Urheberrechtsverletzungen und Jugendmedienschutz-Verstöße, da sie für eine Anonymisierung der Nutzer sorgten.