abendblatt.de: Gemeinsamer Selbstmord in Niedersachsen

jugendschutz.net

Was die drei Mädchen in den gemeinschaftlichen Selbstmord getrieben hat, ob das Internet sie zusammengebracht hat, darüber rätselt die Polizei noch. Klar ist aber: Die 16, 18 und 19 Jahre alten Teenager [...] haben nichts dem Zufall überlassen.

[...] Spätestens seit Anfang 2000 werden im Internet Verabredungen zum gemeinsamen Freitod getroffen. Damals stürzten sich ein 20-jähriger Norweger und eine 17-jährige Österreicherin gemeinsam von einem 600 Meter hohen Riff in Norwegen - sie hatten sich in einer Diskussionsgruppe zum Thema Suizid kennengelernt.

Die Bundesländer haben inzwischen eine gemeinsame Einrichtung mit dem Namen jugendschutz.net geschaffen. Diese Institution beschäftigt sich mit den Gefahren des Internets für junge Menschen und intensiv mit der Verherrlichung von Selbsttötungen auf Internetplattformen. Jugendschutz.net unterscheidet zwischen Foren, in denen etwa pubertierende Jugendliche sich bei der Frage nach dem Sinn des Lebens professionell helfen lassen können, und solchen Internetauftritten, "die Suizid als alleinige Problemlösung verherrlichen und die Suizidgefährdeten in ihrer Absicht bestärken". Solche Angebote, so die Fachleute, können für labile Jugendliche lebensgefährlich werden. Deswegen recherchiert jugendschutz.net regelmäßig in den Foren und geht im Zweifelsfall gegen sie vor.