spiegel.de: Langsamer surfen in Irans Islam-Web

jugendschutz.net

Verabschiedet sich Iran aus der digitalen Welt? Das Regime will sich komplett vom Internet abkoppeln, arbeitet an der Einrichtung eines "sauberen", nationalen Web - hat dabei aber große technische Probleme. Nutzer im Land fürchten eine noch rigidere Zensur und noch längere Ladezeiten.

[...] Anders als in Deutschland, wo man für jede Suche Tausende Ergebnisse bekommt, sehen die Internetnutzer in der Islamischen Republik Iran nur rund ein Fünftel aller Treffer. Der Rest? Ist von der Regierung zensiert worden. [...]

Von der Zensur betroffen sind sowohl "unsittliche" Websites als auch "politisch-feindliche". Diese Begriffe sind für Irans Netzwächter schöne große Töpfe, in die sie die meisten Web-Inhalte hineinwerfen können. Seiten von westlichen Schauspielern, Models und Sängern verdammen die Mullahs als genauso "unsittlich" wie richtige Pornografie.

Selbst wissenschaftliche Seiten, die Begriffe wie Sex, Erotik oder die Bezeichnung von Geschlechtsorganen beinhalten, sind in Iran gesperrt. In die Kategorie "politisch-feindlich" fallen sowohl die Web-Seiten der Opposition als auch internationale Nachrichtenseiten wie SPIEGEL ONLINE, bbc.co.uk, cnn.com und soziale Netzwerke wie Facebook und YouTube.