focus.de: Internet ist gut, Zeitung ist besser

jugendschutz.net

Geht es um die Mediennutzung, spielen soziale Netzwerke für Jugendliche nach wie vor eine große Rolle. Laut der JIM-Studie loggt sich jeder zweite Schüler täglich in die Seiten seines Netzwerkes ein, manchmal auch mehrmals täglich - am häufigsten, um zu chatten und Nachrichten zu versenden. Die Auswahl der Portale beschränkt sich im Wesentlichen auf zwei Anbieter: Etwa 72 Prozent der Jugendlichen haben ein Profil bei Facebook. Unter den jüngeren Usern ist auch noch SchülerVZ beliebt. Unter den Community-Anhängern finden sich laut Studie häufiger Mädchen als Jungen.

[...] Mittlerweile geben 79 Prozent der befragten Schüler an, ihr persönliches Profil vor dem Einblick Fremder durch die Privacy-Option zu schützen. Im Jahr 2010 hatten 67 Prozent der Schüler dies getan. Allerdings ist der virtuelle Freundeskreis, der den Studienautoren zufolge im Durchschnitt 206 Freunde beinhaltet, auch nicht überschaubar. Mädchen haben meist ein größeres Netzwerk (217 Freunde) als Jungen (196 Freunde). Schon 12- bis 13-Jährige sind mit 134 Freunden verlinkt. 96 Prozent der Befragten gaben an, die Freunde aus ihrem Profil auch persönlich zu kennen.

Nach wie vor hinterlassen Jugendliche immer noch deutliche Spuren im Internet: 65 Prozent haben ein Foto oder Video von sich hochgeladen. Zwei Fünftel veröffentlichen Bilder und Filme von Freunden oder auch Familienangehörigen. [...]
Ein Problem ist weiterhin Cybermobbing: 14 Prozent (2010:15 Prozent) der Jugendlichen berichten, dass schon einmal Falsches oder Beleidigendes im Internet über sie verbreitet wurde. 22 Prozent (2010:23 Prozent) haben erlebt, dass jemand "fertiggemacht" wurde.

Zwei Drittel der Befragten gaben an, über Datenschutz gut informiert zu sein. Mehr als die Hälfte gab zu, die AGBs ihrer Community gar nicht gelesen zu haben. Drei Viertel haben sie "nur überflogen". Die Autoren der Studie schlussfolgern daraus, dass die verpflichtende Angabe von ABGs allein nicht geeignet sei, Jugendliche auf ihre Rechte und auf mögliche Gefahren hinzuweisen. [...]

Für die Studie des Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest werden seit 1998 jedes Jahr etwa 1200 Jugendliche im Alter zwischen 12 und 19 Jahren befragt. Die Studie gibt unter anderem Aufschluss darüber, welchen Stellenwert klassische Medien im digitalen Zeitalter für Jugendliche haben, wie und ob die Heranwachsenden ihre Daten im Internet schützen und wie oft sie online sind. Für die repräsentative Untersuchung werden jährlich ca. 1200 Jugendliche befragt.