pro-medienmagazin.de: Verfassungsschutz warnt vor "Online-Dschihad"

jugendschutz.net

Nach der Verurteilung des islamistischen Attentäters Arid Uka wegen zweifachen Mordes an US-Soldaten hat der Verfassungsschutz vor einer zunehmenden Radikalisierung durch das Internet gewarnt. Der 22-jährige war am Freitag wegen Doppelmordes zu lebenslanger Haft verurteilt worden. [...]

Der Einzeltäter soll sich laut "Tageszeitung" (taz) innerhalb weniger Monate radikalisiert haben. Auf seinen Rechnern und seinem iPod fanden die Ermittler demnach hunderte dschihadistische Dateien. Konkreter Auslöser für Ukas Tat soll ein Propagandavideo gewesen sein, das er sich am Abend vor der Tat im Internet anschaute. [...]

Uka sei "ein typischer Fall für eine Selbstradikalisierung durch das Internet", sagte Eisvogel der FAS. "Das Web 2.0 leistet nun auch das, was zuvor allein Prediger, Gebetszirkel oder Koranschule boten: die Bildung einer sozialen Gruppe, die auf andere ausstrahlt." Man könne heute bereits von einem "Online-Dschihad" - einem "Heiligen Krieg" via Internet - sprechen, sagte Eisvogel. Das Netz bewirke inzwischen zudem, dass individuelle Radikalisierungen stark zunähmen.