sueddeutsche.de: Gut gemeint

jugendschutz.net

Immer wieder tauchen bei Facebook Selbstmordankündigungen und auch weniger konkrete Postings auf, nach denen sich Netzwerk-Freunde Sorgen um die Verfasser machen. Nicht alle, aber viele Selbstmorde werden angekündigt. Fast immer jedoch gibt es auch zuvor Warnzeichen. Werden sie erkannt und ernstgenommen, könnten wahrscheinlich viele der allein hierzulande 10000 Suizide pro Jahr verhindert werden. Ein Stück in dieser Präventionsarbeit will nun Facebook übernehmen.

[...] Tatsächlich verbirgt sich dahinter ein Formular, ziemlich gut versteckt im Hilfemenü des Netzwerks. Wer allerdings "Selbstmord" in die Suchmaske eintippt, wird direkt auf das Angebot verwiesen. Wenn man nach dem Posting eines Facebook-Freundes befürchtet, dass er sich etwas antun könnte, dann kann man ihn über dieses Formular als selbstmordgefährdet melden. Nach einer Prüfung durch einen Facebook-Mitarbeiter bekommt der Freund dann von Facebook eine Nachricht, in der er aufgefordert wird, sich Hilfe zu holen. Die Nummer von der Telefonseelsorge und der Nummer gegen Kummer vom Deutschen Kinderschutzbund sind beigefügt.

In anderen Ländern sind ähnliche Facebook-Angebote schon länger freigeschaltet. Im März 2011 startete in Großbritannien und Irland ein Warnsystem, in den USA und Kanada gibt es ein Angebot seit Dezember. In den Staaten kooperiert Facebook mit der nationalen Suizidprävention "Lifeline" und bietet dort auch einen Online-Chat mit einem Beraten.