swr.de: Fall Lena - Rechtsextreme machen Jagd auf mutmaßlichen Täter

jugendschutz.net

Der Fall der ermordeten elfjährigen Lena hat in den vergangenen Tagen heftige Debatten über Lynchaufrufe im Internet entfacht. Nun veröffentlichten Rechtsextreme auf einer bekannten Internet-Seite den vollständigen Namen des mutmaßlichen Täters, der die Tat bereits gestanden hat. Die Rechtsextremen hatten das Profil des 18-Jährigen auf Facebook gefunden und dieses mit Informationen und Bildern aus den Medien abgeglichen. [...]

Die Rechtsextremen benutzen das Thema sexuelle Gewalt gegen Kinder immer wieder für ihre Propaganda - insbesondere um vor einer vermeintlichen ''Kuscheljustiz'' zu hetzen. So heißt es auf der rechtsextremen Internet-Seite, man habe den vollen Namen veröffentlicht, weil es zuvor zahlreiche entsprechende Urteile gegeben habe. Die Rechtsextremen bezeichnen die Veröffentlichung des Namens als einen ersten ''Schritt in Richtung zivilcouragierten Protests''.

Sexualisierte Gewalt gegen Kinder ist das Thema, mit dem Rechtsextreme, auch die NPD, bisweilen ihre politische und gesellschaftliche Isolation durchbrechen können. Die einfache Lösung (''Todesstrafe'') bei einem höchst emotionalen Thema kommt bei vielen Menschen an. Rechtsextreme hatten bereits mehrere Demonstrationen gegen ''Kinderschänder'' initiiert oder maßgeblich beeinflusst.