Gewaltdarstellungen im Internet

Gewaltdarstellungen im Internet sind häufig Importe aus anderen Medien (Filme, Spiele). Es gibt aber auch internettypische Angebote (z.B. Tasteless- und Rape-Sites), die in ihrer Drastik in anderen Massenmedien so nicht vorstellbar sind und die zunehmend über Tauschdienste verbreitet werden (z.B. Snuff-Videos). Derzeit dominieren noch Gewaltdarstellungen in sexuellen Kontexten. Es ist aber zu erwarten, dass mit der Zunahme breitbandiger Internetzugänge auch ein Markt für andere Gewaltbereiche entsteht und dass damit eine Ausweitung des Gewaltangebots im Internet verbunden sein wird.

Über die Relevanz von Gewaltdarstellungen im Internet für Kinder und Jugendliche und ihre möglichen Wirkungen weiß man derzeit wenig. Es gibt aber Hinweise, dass insbesondere Tasteless-Sites von Kindern ab etwa 12 Jahren im Rahmen von virtuellen Mutproben genutzt werden. Obwohl diese Sites unzulässig, im Regelfall indiziert sind und in Deutschland deshalb nicht beworben werden dürfen, werden die Adresse per Mund-zu-Mund-Propaganda weiter verbreitet.

Gewalt im sexuellen Kontext

"Echte" gewaltpornografische Darstellungen sind im Internet relativ selten, Gewaltdarstellungen im Bereich der S/M, BDSM oder Bizarre-Szene jedoch weit verbreitet. Die "Amateure" sind eher bei Freehostern und in Online-Communities zu finden, bizzare Fetish-Sektionen gibt es aber auch in jedem gut sortierten kommerziellen Porno-Angebot, die insbesondere im Ausland auch frei zugänglich sind. Jugendbeeinträchtigende Gewaltdarstellungen sind zudem auch in den deutschen Erotik-Sektionen von Internet-Portalen oder in BDSM-Magazinen zu finden.

Tasteless-Angebote

Internettypisch sind Foto- und Videosammlungen von verletzten, verunstalteten, toten und getöteten Menschen. Bekannteste Beispiele sind die Sites rotxxx.com, snufxxx.com (beide USA) und ogrxxx.com (NL), die von Free-Speech-Anhängern betrieben werden. Dort werden beispielsweise so genannte WTC-Jumper (Menschen, die am 11.09.01 aus dem brennenden World-Trade-Center gesprungen sind) und verschiedene Exekutions-Videos präsentiert. Tasteless-Darstellungen und Snuff-Videos sind auch in Filesharing-Systemen wie morpheus, kazaa oder edonkey problemlos zu finden.

Darstellungen von Kriegsgreuel

Im Zusammenhang mit kriegerischen Auseinandersetzungen werden zunehmend Darstellungen von Kriegsgreuel als Propagandawaffe ins Netz gestellt. Während sich die traditionellen Medien bei der Präsentation von getöteten und misshandelten Menschen selbst beschränken und den Schutz der Menschenwürde berücksichtigen, werden auch brutalste Darstellungen im Internet zugänglich gemacht.

Gewaltspiele

Software-Hersteller nutzen das Netz, um den Spielern Video-Previews, kostenlose Demo-Versionen oder Vorankündigungen von ihren Spielen anzubieten. Über das Internet werden zunehmend auch indizierte und Spiele ohne Jugendfreigabe vertrieben. Es gibt darüber hinaus eine ganze Reihe von Sites, die z.B. Anweisungen oder so genannte Blut-Patches verbreiten, mit deren Hilfe Entschärfungen von Spielen für den deutschen Markt (z.B. Verzicht auf Splatterszenen) rückgängig gemacht werden können. mehr...

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