Suchmaschine Google sperrt Nazi-Websitejugendschutz.net entzieht Rechtsextremen die Internet-Plattform(01.06.04) Wie die Länder übergreifende Stelle für Jugendschutz in Telemedien jugendschutz.net in Mainz heute mitteilte, hat Google die volksverhetzende Website der NSDAP-AO aus dem deutschen Suchindex entfernt. Dort bietet der mehrfach vorbestrafte amerikanische Neonazi Gerhard Lauck anti-semitische Propapanda-Filme wie der "Ewige Jude", Bücher wie die "Jüdische Weltpest" und Spiele wie den "KZ-Manager" an. "Wir hatten in der Vergangenheit mehrfach kritisiert, dass bei der Suche nach Informationen zur NSDAP an vorderster Stelle auf die verbotene NSDAP-Aufbauorganisation verwiesen wird", sagte der Leiter von jugendschutz.net, Friedemann Schindler. "Diese Sperrung ist ein wichtiges Signal dafür, dass rechtsextremes Gedankengut auch im Internet nicht akzeptiert wird." 154 rechtsextreme Angebote geschlossenIn Zusammenarbeit mit Strafverfolgung und Internet-Anbietern hat jugendschutz.net seit 2001 die Sperrung von 375 unzulässigen rechtsextremen Angeboten im In- und Ausland erwirkt. Im Rahmen des vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend geförderten Programms "Entimon - Gemeinsam gegen Gewalt und Rechtsextremismus" konnte allein im letzten Jahr die Schließung von 154 deutschsprachigen rechtsextremen Angeboten erreicht werden. Workshop für Provider bei OSCE-KonferenzDie wirksame Bekämpfung rechtsextremer Angebote im Internet setzt internationale Zusammenarbeit voraus. jugendschutz.net hat deshalb im Jahre 2002 das Internationale Netzwerk gegen Cyber-Hate (INACH) mitgegründet. Die Frage von Selbstverpflichtungen der Internet-Industrie wird auch zentrales Thema der OSCE-Konferenz "Relationship between Hate Crimes and Racism on the Internet" sein, die vom 16. - 17. Juni in Paris stattfindet und an der sich INACH und jugendschutz.net mit einem Workshop für Provider beteiligen. Jugendschutz im Internetjugendschutz.net wurde 1997 als gemeinsame Einrichtung von den Jugendministern der Länder gegründet und ist an die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) angebunden. Die Länder übergreifende Stelle hat den Auftrag, jugendgefährdende und entwicklungsbeeinträchtigende Angebote im Internet zu überprüfen und auf deren Veränderung oder Herausnahme zu drängen. Ziel ist ein vergleichbarer Jugendschutz wie in den traditionellen Medien. |