Rassismus im Internet weltweit auf dem Vormarsch

jugendschutz.net stellte erfolgreiche Arbeit gegen Rechtsextremismus im Internet auf OSZE-Konferenz in Paris vor

(24.06.04) jugendschutz.net und das International Network Against Cyber Hate (INACH) haben auf der OSZE-Konferenz "Hatecrimes and Internet" vom 16.-17. Juni 2004 in Paris Möglichkeiten der Bekämpfung rechtsextremer Propaganda im Internet aufgezeigt. Suzette Bronkhorst, die Generalsekretärin von INACH, betonte in ihrer Rede, dass das unveräußerliche Recht auf freie Meinungsäußerung nicht dazu missbraucht werden dürfe, die Würde und Rechte anderer Personen und Bevölkerungsgruppen zu verletzen. jugendschutz.net, die gemeinsame Stelle der Länder für Jugendschutz in Telemedien, stellte die eigene erfolgreiche Arbeit vor und warb in der Staatengemeinschaft für ein mehrgleisiges Vorgehen, das sowohl Schließungen unzulässiger Angebote als auch die Förderung von Medienkompetenz umfasst.

In der Schlusserklärung der OSZE-Konferenz warnten die 55 Mitgliedsstaaten vor der Zunahme des Rassismus im Netz und betonten ihren Willen, vielfältige Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Sie forderten alle Beteiligten auf, ihren Teil der Verantwor-tung zu übernehmen. Neben internationaler Zusammenarbeit und Selbstkontrolle der Provider wurde eine intensivere Auseinandersetzung von Bildung und Pädagogik mit dem Phänomen Rechtsextremismus im Internet gefordert.


siehe Pressemitteilung (PDF)

siehe dazu Konferenzbeitrag von jugendschutz.net: Promoting Tolerance on and through the Internet - Best Practices to Educate Users and Heighten Public Awareness (15.06.2004)

siehe dazu INACH-Booklet: Hate on the Net




INACH wurde 2002 von jugendschutz.net mitgegründet und ist ein Zusammenschluss von derzeit zehn antirassistischen Organisationen und Online-Meldestellen aus Europa, Russland und den USA. Ziel des Netzwerks ist es, grenzüberschreitende Aktivitäten gegen rechtsextreme Angebote zu entfalten und durch die Bündelung von Erfahrungen und Einflussmöglichkeiten Synergieeffekte zu erzielen.


siehe dazu: INACH-Netzwerk




Projekt Rechtsextremismus im Internet

jugendschutz.net geht bereits seit Jahren erfolgreich gegen strafbare rechtsextreme Inhalte im Internet vor und führt im Rahmen seiner vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend geförderten Projektarbeit zahlreiche medienpädagogische Workshops mit Jugendlichen und Pädagogen durch. Deren Ziel ist es, über Rechtsextremismus zu informieren, User für die Auseinandersetzung mit Hasspropaganda zu stärken und sie dazu zu ermuntern, sich für Demokratie und Toleranz im Netz aktiv einzusetzen. Die CD-ROM "Rechtsextremismus im Internet", die von jugendschutz.net im Auftrag der Bundeszentrale für politische Bildung als Handreichung für Pädagogen erstellt und im letzten Jahr komplett überarbeitet wurde, basiert auf den Erfahrungen der Workshops und beinhaltet Informationsmaterialien, Erfahrungsberichte und erprobte didaktische Konzepte für die pädagogische Praxis.


siehe entimon-Projekt: Rechtsextremismus im Internet

siehe Projektbericht: 154 rechtsextreme Websites geschlossen