Politischer Extremismus

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Politischer Extremismus

Extremisten nutzen das Social Web, um menschenverachtende Ideen zu verbreiten. Subtile demokratiefeindliche und rassistische Beiträge finden sich dabei ebenso wie Aufrufe zu Hass und Gewalt. Während unzulässige Inhalte auf vielen Plattformen schnell gelöscht werden, erfordert unterschwellige Propaganda von Rechtsextremen und Islamisten präventive Maßnahmen. Hierbei ist auch die Entwicklung von pädagogischen Konzepten wichtig, um kritische Auseinandersetzung und Zivilcourage im Netz zu fördern.

Aktuelle Erkenntnisse finden Sie im Jahresbericht Rechtsextremismus online und in der Publikation Islamismus im Internet.

Rechtsextremismus - Subtiler Rassismus und offene Hetze

Rechtextreme nutzen YouTube-Videos, Facebook-Profile und Online-Events, um junge User zu ködern. Spaß und Unterhaltung sind dabei verknüpft mit rechtsextremen Botschaften.

Viele Angebote sind stylish und geben sich einen rebellischen Anstrich. Exemplarisch stehen hierfür die "Identitären". Sie tarnen sich mit Slogans wie "Null Prozent Rassismus", die rechtsextreme Ausrichtung ist zunächst nicht zu erkennen.

Parallel verbreiten Neonazi-Gruppen offen menschenverachtende Hetze und rufen zur Gewalt gegen Juden, Muslime, Sinti, Roma und Homosexuelle auf.

Aktuelle Erkenntnisse finden Sie im Themenpapier Verschwörungstheorien: Jugendaffine Schnittstelle zum Rechtsextremismus.

Islamismus - Popkulturelle Propaganda und Gewaltinhalte

Islamisten richten sich mit popkulturellen Elementen an ein junges Publikum im Netz. Inhaltlich propagieren sie die Ungleichwertigkeit von Menschen, verunglimpfen den demokratischen Rechtsstaat und stacheln zu Gewalt gegen "Ungläubige" an.

Videos spielen eine wichtige Rolle bei der Vermittlung islamistischer Botschaften. Professionell gestaltete Clips mit Spezialeffekten und Animationen sind dabei auf Jugendliche zugeschnitten.

Auch Darstellungen von Hinrichtungen und Toten aus Kriegsgebieten finden sich zu Hauf. Sie werden instrumentalisiert, um Macht zu demonstrieren oder zum Hass anzustacheln.

Aktuelle Erkenntnisse finden Sie in den Themenpapieren Dschihadisten rekrutieren Kinder über Apps sowie Dschihadisten rekrutieren über Messenger Telegram.

Plattform entziehen und Anbieter sensibilisieren

jugendschutz.net nutzt den direkten Kontakt zu Plattformbetreibern und bittet um Löschung extremistischer Inhalte. Wenn deutsche Verantwortliche bekannt sind, werden die Fälle an die Aufsicht abgegeben.

International arbeitet das Team mit Partnern aus dem International Network Against Cyber Hate (INACH) zusammen, um Betreiber für Extremismus auf ihren Plattformen zu sensibilisieren und gemeinsam dagegen vorzugehen.

Kritische Auseinandersetzung fördern

Mit dem Portal Hass im Netz bietet jugendschutz.net Fachkräften und der interessierten Öffentlichkeit Informationen über politischen Extremismus im Internet.

Ergänzend hat jugendschutz.net Konzepte und Handreichungen für die kritische Auseinandersetzung mit menschenverachtender und demokratiefeindlicher Propaganda entwickelt, z.B. die Broschüre Klickt's? Geh Nazis nicht ins Netz.