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(Quelle: Leonid Sorokin/ Shutterstock.com)

Kalifatspropaganda trotz Vereinsverbot weiter im Netz

(Quelle: Leonid Sorokin/ Shutterstock.com)

Am 5. November 2025 wurde die islamistische Gruppierung “Muslim Interaktiv” verboten. Dennoch sind Hizb ut-Tahrir-nahe Islamist:innen mit zahlreichen anderen Online-Auftritten weiterhin aktiv. Ihre Unterschriftenkampagne und ästhetischen KI-Videos auf Instagram oder TikTok sprechen emotionale Themen wie die Lage in Gaza an und machen so auch junge Menschen auf sich aufmerksam.

Das Vereinsverbot samt Löschung der Onlinepräsenzen von Muslim Interaktiv hat die Kreise politisch-aktivistischer Islamist:innen geschwächt. Dennoch sind Akteure, die der Kalifatsbewegung Hizb ut-Tahrir nahestehen, online wie offline weiterhin aktiv. Die Petition „Nie wieder Staatsräson“ erregt viel Aufmerksamkeit. Sie prangert vorgeblich das Leid in Gaza an, bewirbt jedoch tatsächlich die Ziele der Hizb ut-Tahrir: Demokratische Institutionen delegitimieren, das Vertrauen in westliche Medien und Politik schwächen und letztlich für ein islamistisches Weltbild öffnen. Andere Anspracheformate setzen auf emotionale Bildsprache: Bildgewaltige, KI-generierte Videos zeigen etwa zerstörte Städte, Überwachungskameras und hinter Zäunen eingesperrte Menschen. Sie zeichnen ein düsteres Bedrohungsszenario für Muslim:innen, aus dem nur die Loslösung von der „westlichen Welt“ und die Hinwendung zum Kalifat Rettung biete.

Die Entwicklung zeigt, dass aus jugendmedienschutzrechtlicher Sicht weiterhin dringend die Vermittlung von digitaler Medienkompetenz nötig ist, um junge Menschen für manipulative islamistische Onlinepropaganda zu sensibilisieren.

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