Seit dem US-israelischen Angriff auf den Iran rufen islamistische und besonders dschihadistische Kreise dazu auf, zur Waffe zu greifen. Wer nicht bereit sei, das Leben für den Islam oder sein Land einzusetzen, sei kein „echter Mann“. Diese Forderungen und Normvorstellungen von soldatischer Männlichkeit werden vor allem auf Telegram verbreitet.
Immer wieder prangern Islamisten die vermeintliche Verweichlichung und Feigheit der Männer der „Umma“, der Weltgemeinschaft der Muslime, an. Tatenlos würden sie den diversen Konflikten in muslimisch geprägten Regionen nur zusehen. Respekt verschaffe man(n) sich aber nur durch Macht und Stärke. Der Unwille, das eigene Leben auf dem Schlachtfeld herzugeben, wird in der Ideologie der Islamisten als Ausdruck eines „Minderwertigkeitskomplexes“ gedeutet und als Zeichen von Schwäche. Es brauche wieder „echte Männer“, die sich auf dem Schlachtfeld dem militanten Dschihad anschließen.
Derartige kriegerisch-heroische Männlichkeitsnarrative sind fester Bestandteil vieler extremistischer Weltbilder. Besonders Jungen, die in Sozialen Medien auf der Suche nach geschlechtlich-normativer Orientierung sind, können sich angesichts solcher Rollenvorgaben und Forderungen unter Druck gesetzt fühlen oder inspiriert, sich mit Gewalt zu ‚beweisen‘. So auch außerhalb des Kampfgeschehens, z. B. mit Übergriffen auf israelische und US-amerikanische Personen in Deutschland.
Mehr zu toxischen Männlichkeitsbildern auch außerhalb extremistischer und militanter Kontexte finden Sie in unserem Artikel „Was ist die Manosphere?“.